Corona-Pause: Gotthilf spottet in Unterfranken

Wer an den Freistaat Bayern denkt, denkt zuerst an Oktoberfest, Maßkrüge, die Alpen und Dirndl. Alles schöne Dinge, fürwahr. Dass aber Bayern nicht nur einen schönen Süden, sondern auch einen tollen Norden hat, ist wohl nur Kennern bewusst. Aber genau das sind Gotthilfs Lieblingsregionen, denn hier gibt es tolle, noch nicht ganz so bekannte Orte zu entdecken. Und natürlich Fußballplätze. Eine Reise durch die Bayerische Rhön und entlang der Fränkischen Saale.

Station 1: BC Aura im Sinngrund

Die Tour durch Nordbayern startet Gotthilf im Spessart. Die kleine Gemeinde Aura im Sinngrund ist nahezu komplett vom Wald eingerahmt. Und sie hat einen hübschen, Sportplatz mit kleiner, überdachter Sitzplatz-Tribüne. Kann man gut und gerne mal besuchen. Zuhause ist hier übrigens der derzeitige Kreisklassen-Teilnehmer BC Aura von 1960 e.V.

Station 2: Kreuzberg

Eigentlich soll es auf diesem Blog ja um Grounds gehen, aber wer in Unterfranken unterwegs ist, der kann die Natur nicht außen vor lassen. Deshalb lohnt sich auch ein Abstecher auf den Kreuzberg in der bayerischen Rhön. Auf dem 927 Meter hohen Berg liegt ein Franziskaner-Kloster, in dem sogar die Mönche ihr eigenes Bier brauen und vor Ort auch ausschenken. Eine geschmackliche Wohltat. Auf dem Kreuzberg gibt es auch mehrere Hütten mit Verpflegungsstationen. Von allen lässt sich ein hervorragender Ausblick über die Kuppenlandschaft der Rhön genießen. Übrigens auch sehr sehenswert: Die Stadt Bischofsheim am Fuße des Kreuzberges.

Die drei Golgota-Kreuze auf dem Gipfel des Kreuzbergs

Station 3: Stadion im Schul- und Sportzentrum Bad Brückenau

Die Kurstadt Bad Brückenau hat alles, was eine Kurstadt so bietet. Einen großen Kurpark, Kollonaden und einen Kursaal. Und ein Stadion gibt es auch noch. Nämlich das im Stadtteil Römershag, das auf den etwas schmucklosen Namen “Schul- und Sportzentrum” hört. Es scheint tatsächlich eher für den Schulsport und die Leichtathletik gedacht zu sein. Der Stadtteilverein 1. SV Römershag (A-Liga) spielt auf dem Gelände, allerdings bevorzugt auf dem Nebenplatz. Vielleicht ergibt sich ja trotzdem mal irgendwann die Gelegenheit, das Stadion mit seiner gar nicht mal so kleinen Stehtribüne und der dreistufigen Gegengerade zu einem Spiel zu besuchen.

Station 4: Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen

Mit zwei Füßen in drei Ländern zu stehen fühlt sich schon interessant an. An diesem Punkt jedoch treffen auch drei Kulturen zusammen: Weißwurst, Thüringer Rostbratwurst und Frankfurter. Auf einer Hochebene bei Ehrenberg in der Rhön laufen sie also aufeinander zu. Die Grenzen von Bayern, Hessen und Thüringen. Kaum zu glauben, dass hier auch einmal die Grenze zwischen BRD und DDR verlief. Davon ist zumindest an dieser Stelle heute rein gar nichts mehr zu sehen. Auch insgesamt ist es wahrscheinlich eher eines der schmuckloseren Dreiländerecks, lediglich gekennzeichnet durch einen Stein mit den eingekerbten Grenzen und einen Wegweiser, der die Richtungen der drei Bundesländer anzeigt. Drumherum gibt es ein schönes Stück weitgehend unberührter Natur.

Station 5: Fladungen

Jetzt wird’s historisch. Nur einen Steinwurf vom Dreiländereck Bayern/Hessen/Thüringen entfernt, liegt Fladungen. Die nördlichste Stadt Frankens mit ihren rund 2.200 Einwohnern beeindruckt vor allem durch eines: Eine wirklich selten gut erhaltene Stadtbefestigung, bestehend aus Stadtmauer, fünf Türmen und 16 kleineren Reitertürmchen. Geschichts-Freunden wird hier das Herz bis in den Unterkiefer hüpfen. Dazu kommen allerlei historische Fachwerkgebäude, Mühlen, das fürstbischöflich-würzburgische Amtshaus und die Stadtpfarrkirche Sankt Kilian mit ihrem barocken Zwiebelturm. Dazu kommt ein historisches Freilicht-Museumsdorf mit einem Bahnhof für das dampfbetriebene Rhön-Zügle. In Fladungen findet man viel von dem, was Gotthilf Freude bereitet. Fußballerisch befindet sich in Fladungen einer von nur zwölf Verinen, die das Bundesland “Bayern” im Namen tragen. Bayern Fladungen reiht sich also ein in die prominente Riege mit Vertretern wie Bayern München, Bayern Hof oder Bayern Alzenau.

Station 6: Sportplatz Jahnstraße – Ostheim vor der Rhön

Historisch war’s, historisch bleibt’s. Auch in Ostheim vor der Rhön. Etwas mehr als 3.000 Einwohner zählt die Stadt und gefühlt genaus so viele Sehenswürdigkeiten. Sei es die Ruine Lichtenburg hoch über der Stadt, die wuchtige Kirchenburg in der Stadt, das historische Rathaus oder auch das kleine Stadion an der Ludwig-Jahn-Straße mit seiner kleinen, überdachten Stehplatz-Tribüne. Aus den Feldern heraus fotografiert, bekommt man sogar eine schöne Sichtachse mit der Ruine Lichtenburg hin. Was am Sportplatz außerdem noch begeistert, ist das jüngt renovierte Vereinsheim mit Außenterrasse und bequemen Sitzmöbeln. Auch von dort aus lassen sich bequem die Fußballspiele des A-Klasse-Vereins TSV Ostheim vor der Rhön anschauen. Stilecht auch das kleine Kassenhäuschen am Einlass. Hübscher Ground, schöne Stadt. Ostheim lohn sich.

Station 7: Sportgelände Fridritter Straße – Strahlungen

Da strahlte Gotthilf vor Freude mit der Sonne um die Wette, als er den Fußballplatz des FC Strahlungen 1931 mit begeisterten Augen erspähte. Ein Ground, wie ein Gemälde in die Landschaft gezeichnet. Hoch über dem 1.000-Seelen-Ort Strahlungen gelegen überzeugt der Sportplatz vor allem mit seinen Stufen, die sogar über eine Ecke bis in den Hintertorbereich gehen. Dazu gibt es einen wunderschön gemauerten Spielertunnel. Wer braucht schon das ausfahrbare Modell aus Plexiglas. Ein echt schöner Ground.

Station 8: Stadion Münnerstadt und historische Altstadt

Nach Münnerstadt wollte Gotthilf eigentlich nur wegen des Stadions. Die achtstufige Stehtribüne war ihm schon beim habedurst-patentierten Google-Maps-Scan aufgefallen. Also war es klar, dass die Reise dorthin führen muss. Was aber fast noch beeindruckender ist als die Tribüne, ist der Weg dorthin. Der führt nämlich an der romantischen Altstadt vorbei, durch das historische Jörgentor, dem Rest der einstigen Stadtbefestigung Münnerstadts. Regionale Bekanntheit erlangte die 7.600-Einwohner-Stadt durch die Jahrhunderte alte Klosterbrauerei, die offenbar ein geschmacklich weitaus mehr als passables Bier braute. Der Slogan dazu: “Bei St. Augustinus im Kloster braut man ein vortrefflich Bier. Und bist Du ein armer Teufel, zahlst Du keinen Heller dafür.” Den “Kloster Urstoff” gibt es zwar noch. Der wird aber inzwischen von einer größeren Brauerei aus der Region hergestellt. Die Bierbrauer-Tradition in Münnerstadt selbst endete 2011. Nochmal zurück zum Fußball: Der TSV Münnerstadt von 1863 startet mit seiner 1. Mannschaft in der Bezirksliga Unterfranken. Das Stadion im Sportzentrum fasst rund 6.000 Zuschauer.

Station 9: Sportplatz am Staffels – Bad Kissingen-Garitz

Auf dem Heimweg streifte Gotthilf noch die Kurstadt Bad Kissingen, der er liebend gerne noch mehr Zeit gewidmet hätte. Aus Termingründen musste er das leider auf bald verschieben. Ein kleiner Abstecher zum “Sportplatz am Staffels” war dennoch drin. Hier spielt der Stadtteilverein SV Garitz 1896 in der A-Klasse. 3.000 Zuschauer gehen offiziell rein. Den Platz dafür bieten vor allem die fünf grasbewachsenen Stehstufen auf einer Längsseite. Da Bad Kissingen aber eine schöne Stadt sein soll und sogar noch ein weiteres, kleines Stadion beherbergt, wird Gotthilf hier alsbald wieder vorstellig.

2 Kommentare

Johann Stobbe

Beeindruckend für mich der BC Aura als Klub aus der KK mit so einer guten Tribüne.

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Jonas

Auf jeden Fall ne schöne Sache. Und gepflegt wird sie offenbar auch einigermaßen. 🙂 Liebe Grüße! Gotthilf

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