Dortmund: Stadion “Rote Erde”

Zu Besuch bei: Regionalliga West – Borussia Dortmund U23 – SV Rödinghausen 2:0
Zuschauer: ca. 1.000

DAS STADION

Ob das Stadion aus sportlicher Sicht eine Festung ist, sei mal dahingestellt. Aus optischer Sicht drängt sich der Vergleich aber auf. Die Bruchsteinoptik erinnert stark an mittelalterliche Festungsanlagen. Der Schwerpunkt der Fanaktivitäten liegt auf der Haupttribüne. Zwischen ihrer Rückwand und dem Westfalenstadion passt kaum ein Blatt Papier. Die Ausstattung ist komplett im „Retrostyle“ gehalten. Statt der heute üblichen Schalensitze gibt’s hier Bänke, die den Anschein machen, als seien sie aus Holz. Als ich mal drauf geklopft habe, hat es „Klonk“ gemacht. Da wurde mir schnell klar: Die Bänke sind aus einem bekannten Holzimitat namens Metall.

Ansonsten ist das Spielfeld komplett von Stehplätzen umgeben. Dazwischen liegt eine Tartanbahn, die das Rund sehr weitläufig macht. Schmuckstück der Südkurve ist das Marathontor. Auch das besteht aus Bruchsteinmauern und passt sich damit gut ins Gesamtensemble ein. Zum Vorglühen und Absacken sei ein Besuch in der Stadionkneipe „Rote Erde“ empfohlen. Die findet ihr direkt im Bauch der Haupttribüne, unter den Sitzbänken. Gesamturteil: Die edlen Ritter derer zu Dortmund haben eine richtig hübsche, nostalgische Festung.

DIE STIMMUNG

Starke Performance der BVB-Fans. 90 Minuten lang haben die nahezu 1000 Anhänger der aktiven BVB-Fanszene gesungen und Fahnen geschwenkt – und das ohne auch nur die kleinste Unterbrechung (die Halbzeitpause mal ausgenommen). Das war richtig stark und hat mich tief beeindruckt. Nicht nur wegen der Quantität des Dauergesanges, sondern vor allem wegen der kreativen Texte. Beispiel gefällig?

„Wir war‘n noch nie in Heidenheim, wir war‘n noch nie bei Bayern Zwei, wir fahr’n nach Unterhaching und zum FCC. Und ham die Profis Samstag frei, sind wir bei jedem Spiel dabei. Wir sind die Fans von Dortmund, die Fans von Dortmund Zwei!“ (auf die Melodie des Udo Jürgens-Schlagers „Ich war noch niemals in New York!“).

Von den Gästen aus Rödinghausen – ich schätze sie mal auf runde 20 Unterstützer – war kaum ein Laut zu vernehmen. Sie hatten zwei Zaunfahnen dabei, ebenso eine Schwenkfahne. Allerding ging das bei dem gewaltigen BVB-Support völlig unter. Gesamturteil: In der Schule wäre das ne glatte 1 – in Worten: EINS!
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FAN ODER KUNDE? DER BRATWURSTFAKTOR

Sitzplatz Haupttribüne: 10 Euro / Stehplatz: 6 Euro. Das sind faire Preise. Außerdem gibt es Ermäßigungen. Da kann man absolut Nichts dagegen sagen. Was die Verpflegung angeht, gibt’s ein gutes Angebot: Vor allem die Frikadellen in der Stadionkneipe waren sehr schmackhaft. Dortmunder Kronenbier ist jetzt nicht so die Perle unter den Gerstensäften. Preise sind im normalen Stadion-Maß. Gesamturteil: Geht alles klar – hier bin ich Fan.

DIE ANREISE

Ich war diesmal mit dem Auto da. Das ist sehr einfach. Auf der A45 von Süden kommend muss man einfach nur den gelben Stahlträgern des Westfalenstadions folgen. Die sind schon von Weitem zu sehen. Von der A45 geht’s runter auf die B54…da nur noch ein paar Meter und schwupps ist man da. Auch von Norden her fährt man über die A40 oder B 1 direkt auf das Stadion zu. Parkplätze gibt’s genug.

Mit der Bahn ist es aus allen Richtungen ganz einfach. Sowohl aus Richtung Süden (àHagen) als auch aus Norden (àDO-Hauptbahnhof) fahren Regionalzüge und S-Bahnen zur Haltestelle „Signal Iduna Park“ (ich konnte den Namen bis hierher erfolgreich vermeiden, jetzt ist es passiert.). Von da aus muss man quasi nur noch aus der Bahn fallen und man ist schon fast im Stadion. Gesamturteil: Anreise – Funktioniert kinderleicht.

NICE TO KNOW – DAS ANGEBERWISSEN

  • Im Revierderby Dortmund – Schalke im Jahr 1969 war mächtig Biss drin. Nachdem Schalke-Fans das Spielfeld im Stadion „Rote Erde“ stürmen, kommt es zu einer kuriosen Szenen der Bundesliga-Geschichte: Der Schäferhund eines Polizisten hat aus lauter Übermut dem Schalker Friedel Rausch in den Allerwertesten gebissen. Der konnte tagelang danach nicht auf dem Rücken schlafen. mehr
  • Tribünen-Transplantation: Die Behelfstribüne, die jahrzehntelang die Kapazitäten der „Roten Erde“ auf über 40.000 Zuschauer stiegen ließ, wurde in den 1970er-Jahren abgebaut und in Hannover wieder neu hochgezogen. Das Dach ist im Rudolf-Kallweit-Stadion von Arminia Hannover verbaut worden. Die Tribüne steht ebenfalls in Hannover, aber im Oststadtstadion des ehemaligen Zweitligisten OSV. mehr…

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