Urberach – Waldstadion

Gast bei: FC Viktoria 09 Urberach – SG Bornheim / Grün-Weiß // Verbandsliga Hessen Süd // Endstand: 0:0 // Zuschauer: ca. 60 // 09.03.2019

Das Frankfurter Umland hält für Gotthilf viele interessante Amateurplätze bereit. Das Waldstadion in Urberach ist eines davon und so machte sich Habedurst auf den Weg.

So ein Samstagnachmittag fühlt sich einfach toll an, wenn man völlig stressfrei die volle Auswahl an interessanten Spielen hat. So machte sich Gotthilf frohen Mutes an die Spielauswahl, die nach langer Überlegung auf das Verbandsliga-Heimspiel des FC Viktoria 09 Urberach gegen Gotthilfs Nachbarn von der SG Bornheim / Grün-Weiß fiel. Für Habedurst ging es also mit Fahrrad und S-Bahn raus in den Frankfurter Speckgürtel – denn mit Speckgürteln kennt sich Gotthilf aus. Außerdem hatte der Reisefreudige von der interessanten Historie der Viktoria gehört:

Urberach gehört zur Stadt Rödermark, einer Art Kunstprodukt aus der hessischen Gebietsreform von 1977. Damals wurden die Gemeinden Urberach und Nieder-Roden zusammengeführt – zusammen zählt Rödermark heute rund 27.000 Einwohner. Der Fußballverein Viktoria Urberach blickt hingegen auf eine längere und in Teilen sehr erfolgreiche Vergangenheit zurück: Zwischen den Weltkriegen konnten die blau-weißen im Frankfurter Umland sogar erstklassigen Fußball bieten.

Nach den einscheidenden Jahren des zweiten Weltkrieges mischten die Urberacher zumindest weiter in den obersten Amateurligen Hessens mit. 1958 wurden die Blau-Weißen sogar Hessenpokalsieger. Urberach ist ein Schwergewicht auf der hessischen Amaturfußball-Landkarte, spielte immer wieder auch einige Jahre in der Hessenliga, so zum Beispiel in den Jahren 2008 bis 2013 und 2016/17. Aktuell ist also die Verbandsliga Hessen-Süd die Heimat der 09er.

Die physische Heimat hingegen ist das Waldstadion. Es liegt außerhalb der Siedlung am Waldrand – recht malerisch inmitten der Natur. Gotthilf wurde würdig empfangen von einem repräsentativen Eingangsbereich – bestehend aus einem schmiedeeisernen Torbogen und einem Kassenhäuschen mit blauen Holzläden. Die charakteristische Haupttribüne ist in den Vereinsfarben blau und weiß gehalten. Der Dachfirst in der Mitte gibt dem Bauwerk einen hohen Wiedererkennungswert. Links und rechts schließen sich jeweils drei Stehstufen an, sodass das Waldstadion insgesamt auf eine Kapazität von offiziell 2.200 Zuschauerplätzen kommt. Die Hintertorseiten kommen ohne Ausbau daher. Die Gegengerade besteht aus einem kleinen Graswall. Darauf platziert ist eine große Sponsorenwand. Dahinter: Tiefster hessischer Mischwald.

Etwas abseits des Platzes liegt die Vereinsgaststätte. Hinter einer Theke brutzelt ein engagiertes und freundliches Team Brat- und Rindswürste vom örtlichen Metzger. “Und wieder einmal liegt der Beweis offen, dass die Produkte aus regionaler Herstellung den eingeschweißten Konkurrenz-Artikeln deutlich überlegen sind.”, dachte Gotthilf bei sich. Denn die Bratwurst löste bei Habedurst ein inneres Genuss-Feuerwerk aus. Grob ist sie, gut gewürzt ebenfalls und dazu ordentlich auf einem Grill durchgebraten. So muss eine Wurst sein, wenn der geneigte Stadionfreund in einen ekstaseähnlichen Zustand geraten soll.

Weniger Grund zur Ekstase bot das höhepunktarme Verbandsligaspiel zweier Teams, die weder greifbare Chancen nach oben erhoffen können noch größere Gefahren nach unten fürchten müssen. Am Ende ging es für Gotthilf trotzdem mit einem mehrheitlich guten Gefühl nach Hause. Schließlich kann sich erneut ein hessischer Verbandsligaground als gekreuzt betrachten.

 

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