Versteckte Groundperlen in Nordhessen

Groundspotting ist wie „Sex ohne Frau“ hat Gotthilf erst neulich erfahren. Aber was ist schon gegen Selbstbefriedigung einzuwenden? Gerade in Zeiten wie diesen, in denen der Hopper fußballmäßig auf dem Trockenen sitzt. Für sein gerade entstehendes Buch „Fußballheimat Hessen“ ist Habedurst nach Nordhessen aufgebrochen, um ein paar schöne Orte des Ballsports abzulichten. Vor allem die tief in der Prärie versteckten Grounds sind absolute Reizpunkte. 

Borken-Gombeth: Stadion Gombeth

Schaut euch nur dieses tolle Stadion in Borken-Gombeth im Schwalm-Eder-Kreis an. Diese überdachte Tribüne über eine komplette Längsseite. Auch auf der Gegenseite ein überdachter Unterstand mit ein paar Sitzbänken. Ein echter Hingucker ist dieses Stadion. So weit die gute Nachricht. Die schlechte: Der Verein Rot Weiß Gombe befindet sich gerade in der Auflösung. Was eine Schande, dass dieser Ground wohl demnächst nicht mehr regelmäßig bespielt werden. Grund für das Vereins-Aus: Atmosphärische Störungen im Verein. Nach Zeitungsberichten hat es in den vergangenen Jahren dort mehrere Spielabbrüche und Platzstürme gegeben. Schade. Auch wegen des bemerkenswerten Vereinswappens. Die Ente sieht aus, wie Alfred Jodokus Quak. Den Hintergrund erklärt der Gombether Rüdiger Schanze: “Die Ente im Wappen ist zurückzuführen auf die vielen Enten und Gänse die im vorigen Jahrhundert von den Gombether Bürgern und Bürgerinnen immer an die Schwalm gelassen wurden. Deswegen wurden und werden die Gombether Bürger und Bürgerinnen heute noch Plätschenten genannt.” 

Borken-Nassenerfurth: Stadion am Park

Nur wenige Dinge sind derart logisch, wie die Tatsache, dass Nassenerfurth direkt neben Trockenerfurth liegt. Und in diesem Nassenerfurth – malerisch gelegen im Borkener Seenland – steht das Stadion am Park. Vor der Kulisse des Schloß Hirschgarten spielt die Spielgemeinschaft mit dem wunderschön einprägsamen Namen SG Dillich/Nassenerfurth/Trockenerfurth. Das ist Poesie in Gotthilfs Ohren. Die SG DiNaTro spielt in der Kreisliga A. Wenn es denn hoffentlich bald weitergeht. 

Lost Ground: Knüllkampfbahn Neukirchen

Drittligafußball im Knüllwald? Heute kaum noch vorstellbar. In der Knüllkampfbahn spielte hier der legendäre SC Neukirchen 1864 e.V. – Fußball von 1995 bis 1999 in der damals drittklassigen Regionalliga. Die Kämpfer aus dem Knüllwald nahmen es mit Gegnern, wie Kickers Offenbach, FC Augsburg oder dem 1. FC Nürnberg auf. Das Ganze in der eng gebauten Knüllkampfbahn, die an einem bewaldeten Abhang am Ortsrand liegt. Leider hat der Verein die gefürchtete Festung im vergangenen Jahr aufgegeben, um ins frisch sanierte Steinwaldstadion am anderen Ende des Ortes umzuziehen. Die Knüllkampfbahn soll wohl in Zukunft anderweitig überbaut werden. So lange kann man der Natur dabei zusehen, wie sie sich dieses Stück Fußballgeschichte zurückerobert. 

Schrecksbach – Metzenbergstadion

Das Metzenbergstadion ist eigentlich die Heimat des VfB Schrecksbach im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Sein wohl größtes Fußballspiel erlebte es aber wohl, als die Nachbarn vom SC Neukirchen 1864 e.V. – Fußball im Sommer 1985 zum DFB-Pokal hierher ausgewichen sind. Gegner damals: Borussia Dortmund mit Spielern, wie Horst Hrubesch, Eike Immel, Jürgen Wegmann und Michael Zorc. Der BVB trat damals in Rot-Weißer Spielkleidung auf. Das hat wohl Seltenheitswert. Das Spiel endete mit 2:9, auch, weil Kopfballungeheuer Horst Hrubesch damals in Torlaune war. Das Ganze vor 3.500 Zuschauern im Schrecksbacher Metzenbergstadion. Immerhin: Auch die Schrecksbacher machten durch den Aufstieg in die Oberliga Hessen 1977 kurzzeitig überregional auf sich aufmerksam. 

Fuldabrück-Bergshausen – Sportplatz Bergshausen

Ein optisches Highlight ist auf jeden Fall das Stadion des FSV Bergshausen. Von 1978 bis 1982 spielte der Verein in der Oberliga Hessen. Aktuell ist Bergshausen Gruppenligist. Das Stadion mit seinem elegant geschwungenen Dach ist das Stadion ein echter Hingucker.

Wolfhagen – Liemeckestadion

Und noch einmal Nordhessen – das Grande Finale. Mit einem echten Kracher-Ground. Das Liemecke-Stadion in Wolfhagen. Die „leicht“ überdimensionierte Tribüne verleiht dem Ground einen Hauch von großer Fußballwelt. In Wahrheit ist das Stadion Austragungsort der Gruppenliga-Heimspiele des FSV Rot-Weiß Wolfhagen 1925 e.V. – ein absoluter Top-Ground für die siebte Liga!

Versteckte Nordhessen-Perlen in der Übersicht:

Natürlich sind die hier besuchten Grounds nur eine kleine Auswahl von schönen, aber nicht ganz so bekannten Nordhessen-Grounds. Gotthilf hat diese und ein paar weiter Grounds in dieser Karte zusammengepackt. Viel Spaß beim Besuchen: 

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